MS „Helgoland“ auch im Winter täglich nach Helgoland im Einsatz

Gut drei Jahre ist es her, dass an der Alten Liebe in Cuxhaven Deutsche Geschichte geschrieben wurde, denn damals  nahm das erste LNG-Neubauschiff seinen Dienst auf. Seither fährt es zuverlässig ganzjährig von Cuxhaven nach Helgoland. Nur wenn die jährliche Werftzeit ansteht, verholt das Schiff an die Mützelfeldwerft, wo Wartungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt werden. In diesem Jahr konnte MS „Helgoland“ rechtzeitig für die Weihnachts- und Silvesteranreise wieder in den Fährhafen zurückkehren und die Wintergäste zur Insel befördern, denn die „Helgoland“ ist das Winterschiff der Helgoländer.

Bereits seit 1952 fährt die Reederei Cassen Eils ganzjährig zur Hochseeinsel. Dabei haben die Schiffe so manchem Sturm getrotzt, denn gerade im Winter zeigt sich die Nordsee häufig von ihrer rauen Seite. MS „Helgoland“ glänzt dabei mit zusätzlichem Komfort, denn dank eines modernen „Motion-Damp-Systems“ liegt das Schiff auch bei rauer Dünung ruhig in der See. Kapitän Ewald Bebber verrät: „Wenn wir den Eindruck haben, dass die See zu unruhig ist, fahren wir die seitlich eingelassenen Stabilisatoren aus.“ Diese Art Flügel bzw. Flossen sind seitlich in Taschen im Schiff eingelassen und können bei stärkerer „Krängung“, also der Schiffsneigung,  ausgefahren werden. „Dadurch werden die Rollbewegungen des Schiffes deutlich vermindert“, sagt Bebber. Gemeint sind die seitlichen Schwankungen des Schiffes, welche durch die Stabilisatoren und deren aufrichtende Kraft ausgeglichen werden.

MS Helgoland auf See
MS Helgoland
©Cassen Eils
Foto: Jan Czonstke

MS „Helgoland“ überzeugt aber noch in anderer Hinsicht, denn im inneren des Rumpfes verbirgt sich eine hochmoderne Technik. „Die Maschinenanlage an Bord von MS „Helgoland“ fährt auf LNG (Liequefied Natural Gas), einem auf -162° Celsius heruntergekühltem Flüssiggas . Gleich mehrere Prototypen kommen auf dem Neubauschiff dabei zum Einsatz, was sowohl der Fassmer-Werft in Berne als auch der Reederei Cassen Eils einen Vorsprung in Sachen Know-How brachten. „Der Bau des Schiffes hat zwar etwas länger gedauert, aber danach funktioniert bisher alles reibungslos“, betont  Geschäftsführer Peter Eesmann. „Wir haben national und international in der Branche viel Interesse geweckt und unsere Gäste sind einfach begeistert“, sagt Eesmann weiter. Nicht zuletzt der durch die Insel Helgoland gewonnene „Greening the Island Award“ geht auch auf die Umweltfreundlichkeit des Linienschiffes  MS „Helgoland“ zurück.

Im Vergleich zu einem herkömmlichen Schiff spart die Reederei Cassen Eils mit MS „Helgoland“ bis zu 1 Mio. Liter Mineralöl im Jahr. Dank des Einsatzes des LNG können pro Jahr rund  570 Tonnen  Kohlendioxide (ca. -20% CO²), ca. 15 Tonnen Schwefeloxide (ca. -95% SOx) und rund 32 Tonnen  Stickoxide (ca. -80% NOx) eingespart werden. Weiterhin entstehen so gut wie  keine Feinstäube mehr (-99,9%).  „Wer genau hinschaut, stellt fest, dass man bei uns eben nichts mehr sieht – und das ist gut so“, meint Bebber und weiter: „wir haben in den drei Jahren nun schon rund 1,5 Mio. Tonnen Kohlendioxid, 45 Tonnen Schwefeloxide und rund 100 Tonnen Stickoxide eingespart – das ist doch ein toller Umwelterfolg.“

Bis heute hat MS „Helgoland“ rund 960 Mal die Hochseeinsel angelaufen und insgesamt rund 80.000  Seemeilen zurückgelegt. „Das ist so viel wie zwei Mal um den Äquator“, verrät der Kapitän. Besonders stolz ist man bei der Reederei Cassen Eils aber darauf, dass mit MS „Helgoland“ aufgrund des guten Seeverhaltens rund 80% weniger Ausfälle zu verzeichnen sind. „Wir sind die einzigen die einen durchgängigen Winterfahrplan anbieten“, sagt Eesmann. Bei den Gästen kommt das sehr gut an, insbesondere auch die beliebten Grünkohlfahrten, die noch bis zum 30. März 2019 angeboten werden.

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